Nach Einreise-Eklat

US-Regierung: WM-Schiri hat wohl Kontakt zu Terrorgruppen

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10.06.2026 | 08:20 Uhr
Omar Artan darf nicht in die USA einreisen, obwohl er bei der Fußball-WM als Schiedsrichter eingeplant ist. Der Somalier erhebt schwere Vorwürfe. Die US-Regierung widerspricht.

Die US-Regierung hat die kontroversen Visa-Entscheidungen gegen den somalischen Schiedsrichter Omar Artan und einige Mitglieder des iranischen Fußball-Verbandes verteidigt. Es seien "keine Spieler und keine Trainer abgelehnt worden", sagte der WM-Verantwortliche des Weißen Hauses, Andrew Giuliani: "Es handelt sich um einige Offizielle - und das mit gutem Grund".

Das Ziel sei es, "dass Personen mit böswilligen Absichten, die (...) unter dem Deckmantel der Weltmeisterschaft ins Land zu gelangen versuchen, keinen Zugang zu den Vereinigten Staaten erhalten", fügte er an. Ein Vertreter des US-Außenministeriums teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, Schiedsrichter Artan stehe "mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung", weshalb er "für die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht zugelassen" sei. Welche Beweise es dafür gibt, ist aktuell nicht bekannt.

"Haben Problem mit meinem Land"

Artan selbst hatte im Gespräch mit der "New York Times" betont, dass er "die richtigen Unterlagen und alles" gehabt habe: "Ich hatte das richtige Visum", betonte der Somalier, der am Flughafen von Miami abgewiesen worden war: "Ich glaube, dass sie ein Problem mit meinem Land haben." Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen. 

Nach eigenen Angaben war Artan am Flughafen elf Stunden befragt und anschließend in eine Einzelzelle gebracht worden. Anschließend habe er nach Istanbul reisen müssen - laut Artan habe er keine Begründung von den Beamten erfahren. US-Grenzbeamte hätten ihn zu seiner Reise sowie zur politischen Lage in Somalia befragt, vor allem zur islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab, die in Teilen des Landes aktiv ist und seit Jahren gegen die somalische Regierung kämpft.

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Ärger gibt es weiter auch um den Iran. Giuliani betonte, er könne keine Details verraten. "Der gesamte iranische Trainerstab reist an", doch es gebe "einige iranische Funktionäre, die nicht ins Land kommen – wiederum aus sehr gutem Grund". Es gebe "einige Leute, die behaupten, Trainer zu sein, es aber womöglich gar nicht sind." Die Iraner hatten ihr WM-Quartier nach Mexiko verlegt, ursprünglich wollten sie sich während des Turniers in den USA aufhalten. An die Auflage, am Spieltag an- und wieder abzureisen, wollen sie sich nicht halten. 

"Gemäß des FIFA-Programms wird die Mannschaftsdelegation mit einem Charterflug in die Vereinigten Staaten reisen", erklärte Amir Mehdi Alavi, Sprecher des Verbandes, in einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. "Die Mannschaft wird einen Tag vor dem Spiel gegen Neuseeland am Austragungsort eintreffen, für die beiden darauffolgenden Partien werden wir bereits zwei Tage vor Spielbeginn vor Ort sein", fügte er hinzu.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid