Zeidler holt EM-Gold

Silber-Erlösung für Ruder-Achter hat einen großen Haken

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Oliver Zeidler aus Deutschland in Aktion. (Foto: dpa)
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02.08.2026 | 14:13 Uhr
Nach zwei vierten Plätzen bei den Weltcups feiert der Deutschland-Achter mit EM-Silber ein Erfolgserlebnis. Vor dem Saisonhöhepunkt fehlt aber noch der Vergleich mit der Weltspitze. Oliver Zeidler gewinnt derweil nach einer Glanzvorstellung Gold.

Ruder-Olympiasieger Oliver Zeidler hat zum vierten Mal die Europameisterschaft im Einer gewonnen. Der 30-Jährige setzte sich in Varese/Italien souverän vor Titelverteidiger Jauhen Salaty (Belarus) durch, der unter neutraler Flagge startete. Bronze ging an Weltmeister Stefanos Ntouskos (Griechenland). Zuvor hatte Zeidler 2019, 2021 und 2024 den EM-Titel geholt. 2025 verzichtete er wegen seines Studiums auf die EM.

Dem Rennen war eine Geduldsprobe vorausgegangen. Das Wetter stoppte Zeidler und seine Konkurrenten. Ein Gewitter zog über die Lombardei hinweg, mit einer Stunde Verspätung ging es los, und Zeidler übernahm schnell die Führung. Die baute er bis ins Ziel kontinuierlich aus. Dabei verbesserte er den EM-Rekord, den er erst im Halbfinale aufgestellt hatte, auf 6:36,39 Minuten. Salaty lag nach 2000 Metern 3,55 Sekunden zurück, Ntouskos 4,58 - Ruderwelten.

Für Zeidler war die EM allerdings nur ein "Gradmesser" auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt. Bei der WM in Amsterdam (24. bis 30. August) rudert der Ausnahmeathlet ebenfalls um seinen vierten Titel. Zeidlers großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, bei denen er nach Paris sein zweites Gold holen will.

Gute Medaillenausbeute für Deutschland

Für den Deutschen Ruderverband (DRV) war Zeidlers Sieg der zweite in den olympischen Bootsklassen nach dem Goldrennen des Männer-Doppelvierers am Samstag. Silber gab es zudem für den Deutschland-Achter, den Frauen-Vierer und den Frauen-Doppelvierer. Im Männer-Vierer sicherte sich das DRV-Boot Bronze. Im bulgarischen Plowdiw hatte 2025 der Frauen-Doppelvierer mit Silber für die einzige deutsche Medaille gesorgt.

Der Achter, das einstige Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes, kam am Sonntag hinter Rumänien auf Platz zwei (+2,90 Sekunden). Bronze ging an Italien. Auf den ersten Sieg bei einer internationalen Meisterschaft seit dem EM-Titel 2020 muss das DRV-Großboot weiter warten. Auf dem Lago di Varese fehlten Olympiasieger Großbritannien und Weltmeister Niederlande. Zum Aufeinandertreffen mit den beiden Top-Nationen kommt es erst bei der WM.

Der deutsche Achter hatte nach den vierten Plätzen bei den Weltcups in Sevilla und Luzern vor der EM eine Umstellung vorgenommen: Neu im Boot saß Frederik Breuer, der die Position des Schlagmanns übernahm. Mit Breuer war der Achter im Bahnverteilungsrennen auf Platz zwei hinter Rumänien gekommen. Zwei Tage später war der Favorit wieder zu stark. Der Start hatte sich verzögert, weil ein Gewitter über die Lombardei hinwegzog. Als es endlich losging, hielt Deutschland auf den ersten 1000 Metern mit, doch auf der zweiten Hälfte setzten sich die Rumänen Schlag für Schlag ab und sicherten sich deutlich ihren ersten EM-Titel im Achter. Mit Breuer saßen Sönke Kruse, Theis Hagemeister, Olaf Roggensack, Mattes Schönherr, Tassilo von Müller, Julius Christ, Paul Klapperich und Jonas Wiesen im Boot.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid