Anthony Joshua hat bei seinem Aufbaukampf gegen den unbekannten Albaner Kristian Prenga eine Blamage nur knapp abgewendet. Nachdem er in Runde eins zweimal den Ringboden gebohnert hatte, schlug er Prenga im zweiten Durchgang k.o. Joshuas Mentor, Schwergewichts-König Oleksandr Usyk, ist trotzdem sicher, dass sein Protegé den britischen Superkampf gegen Tyson Fury Ende des Jahres klar gewinnt.
"Knockout, sechs Runden. AJ, boom, rechte Hand", prophezeite Usyk im Gespräch mit dem "Mirror". Joshua trage keinen falschen Stolz mit sich herum, so der Ukrainer: "Er versteht, wenn man einen Fehler macht, ist das nur dein Fehler, du musst etwas ändern. Wenn man einen macht, okay, ändere es: Du schaust, was du nicht gut machst und änderst es. AJ hat sein Leben verändert."
Die einstigen Rivalen arbeiten seit geraumer Zeit zusammen. Für seinen jüngsten Kampf trainierte Joshua mit Usyks Team. Der 39-Jährige sagte schon vor dem Zittersieg gegen Prenga, der Brite werde 2027 der nächste unumstrittene Weltmeister. Usyk wird die Bühne dann verlassen haben. Der in 25 Profiduellen ungeschlagene Rechtausleger hatte die WM-Gürtel der Verbände WBA, WBC und IBF schon Ende Juni niedergelegt, kündigte einen "Last Dance" gegen einen Gegner seiner Wahl an. Danach wird das Erbe Usyks endgültig verteilt.
Schauplatz für Fury gegen Joshua weiter ungeklärt
Usyk stand in seiner Karriere sowohl mit Joshua (2021/22) als auch Fury (2024) je zweimal im Ring, gewann gegen die Engländer immer nach Punkten. Fury und Joshua sollen im Herbst zur langersehnten "Battle of Britain" aufeinander treffen. Entsprechende Verträge haben die Altstars bereits unterschrieben.
Offen ist noch, wo der Kampf stattfindet. Joshua-Promoter Eddie Hearn ließ zuletzt wissen, der 36-Jährige habe einem Gefecht gegen seinen ein Jahr älteren Landsmann nur auf britischem Boden zugestimmt. Der Blockbuster, bei dem laut Medienberichten rund 200 Millionen Pfund (235 Millionen Euro) im Topf sind, wird allerdings bei Netflix über den Äther flimmern.
Der Streaming-Riese soll einen Kampf in den USA befürworten, wünscht sich aber mindestens eine dem US-Markt genehme Startzeit. Haken: Zur amerikanischen Prime Time wäre es in Good Old England schon mitten in der Nacht. Box-Mogul Turki Al-Sheikh, der die Strippen zieht, sagte, er würde Fury vs. Joshua gerne in Großbritannien veranstalten. Für einen Kampfabend im Wembley-Stadion vor 90.000 Fans müsste die Sperrstunde rund um das britische Nationalheiligtum aufgehoben werden. Als Alternative wird das Principality Stadium von Cardiff gehandelt, das 80.000 Zuschauern Platz bietet und über ein verschließbares Dach verfügt. Laut Promoter Hearn sollen zeitnah Gespräche stattfinden, um die letzten Punkte des millionenschweren Duells zu klären.


