Nach erster Tour-Teilnahme

"Kennt jetzt Pogacars Hintern" - Experte verspottet Wunderkind Seixas

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Paul Seixas schaffte es bei seiner ersten Tour de France direkt auf Platz vier. (Foto: picture alliance / SIPA)
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02.08.2026 | 11:48 Uhr
Der Teenager Paul Seixas blüht im Frühjahr derart rosig auf, dass Frankreich schon von einem Tour-Coup des Wunderkinds träumt. Bei der großen Schleife hat er gegen Dominator Tadej Pogacar aber keine Chance. Ein Experte kritisiert den Start.

Im Frühjahr meldete sich Paul Seixas an. Erst bei Strade Bianchi, dann beim Radsport-Monument Lüttich-Bastogne-Lüttich wagte es der 19-Jährige, die unnachahmlichen Antritte von Rad-Dominator Tadej Pogacar zu parieren. Gewiss, Kilometer später vermochte es Seixas nicht mehr, Pogacars Hinterrad zu halten und wurde jeweils Zweiter. Dennoch war sich die Radsport-Welt spätestens nach Seixas' Gesamtsieg bei der schweren Baskenland-Rundfahrt einig, dass hier ein Jahrhunderttalent die Bühne betreten hat. Auch Pogacar zog sein Kapperl. "Wir werden weiter hart arbeiten und versuchen, so viel wie möglich zu gewinnen - bis er irgendwann alle fertigmacht", prophezeite der König.

Als Seixas seinen Start für die Tour de France 2026 zusagte, weckte dies in Frankreich sofort immense Erwartungen. Das Wunderkind, das vier Dekaden Schmerz - so lange liegt der letzte Gesamtsieg von Ikone Bernard Hinault zurück - beendet. Davon träumten in der Grande Nation Cycliste nicht wenige. Manch einer wähnte in dem Wunderknaben gar den härtesten Kontrahenten Pogacars.

Kein Tour-Lerneffekt für Seixas?

Nüchtern betrachtet hat Seixas eine starke Premiere hingelegt. Nach mehr als 3200 Kilometern belegte er bei seiner ersten großen Rundfahrt auf Anhieb Rang vier und wurde Zweiter in der Nachwuchswertung. Aber: Gegen den entfesselten Pogacar hatte Seixas im Gebirge nicht den Hauch einer Chance. Und weil die Franzosen eben einen ganz speziellen Blick auf ihren erhofften "Auserwählten" haben, gibt es Stimmen, die den Start des Teenagers bei der Tour der Leiden als verfrüht kritisieren.

"Man verliert keine Zeit, wenn man geduldig ist", monierte der frühere Radprofi und heutige TV-Experte Cyrille Guimard bei "Cyclism’Actu". Laut Guimard hat Seixas von seiner ersten Tour wenig mitgenommen. "Er fährt eine Tour, von der man weiß, dass es einen Fahrer gibt, der alles dominiert, und zwei oder drei Fahrer, die mindestens auf seinem Niveau oder sogar stärker sind. Was hat er bei dieser Tour gelernt?", setzte er ein Fragezeichen hinter den Lerneffekt für seinen Landsmann.

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"Die Bilanz ziehen wir in zehn Jahren"

Der 76-Jährige legte angesichts Seixas' klarer Niederlagen im Gebirge nach: "Er kennt Pogacars Hintern und (Issac) Del Toros Hintern sehr gut! Er hat seine Tour im Windschatten von Pogacar und Del Toro verbracht. Die kennt er jetzt auswendig, ihren Tritt kennt er auswendig", spottete Guimard. "Und dann? Er hat gelernt, dass es hart ist? Dafür muss man keine Tour fahren, um zu lernen, dass es hart ist."

Nach dem Geschmack des Experten hätte Seixas mit seinem Debüt warten sollen, "bis er reif ist, die Tour gewinnen zu können". Wie gut der Jungstar schon ist, ließe sich noch nicht sagen. "Die Bilanz ziehen wir in zehn Jahren." Guimard zog einen Vergleich, den die Franzosen nicht gerne hören werden. "Nehmen Sie Juan Ayuso (spanischer Rennfahrer, Anm.d.Red.). Im gleichen Alter wurde er 2022 Dritter der Vuelta. Heute wird er an jedem großen Berg abgehängt", lästerte er. Allerdings: Ayuso fuhr bei der diesjährigen Tour als Siebter in Paris ein. Offenbar gelten auch für ihn höhere Maßstäbe.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar